"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn niemand mehr seinen Namen kennt!"

 

Tikwatenu

"Tikwatenu" ist der hebräische Titel des 1878 verfassten Gedichtes von Naphtali Herz Imber (1856–1909) und heißt übersetzt "Unsere Hoffnung". Unsere Hoffnung ist es, dass es uns mit dieser Internetseite gelingt, die Erinnerungen an das jüdische Leben und die ehemalige jüdische Gemeinde in Attendorn wach zu halten.

Die jüdische Geschichte in Attendorn ist lang. Von der ersten überlieferten Erwähnung einer Jüdin namens Cathrin im Jahr 1451 und ersten ausführlichen Geschichten des Juden Samuel, der im 16. Jahrhundert als Geldverleiher in Attendorn tätig war, berichten die Unterlagen des Stadtarchivs. Im 19. Jahrhundert waren es vor allem die beiden jüdischen Familien Ursell und Mai, die in Attendorn registriert waren.

 

Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 genossen die in das Attendorner Vereinsleben integrierten jüdischen Familien als Fabrikbesitzer, Händler oder Metzger hohes Ansehen in der Attendorner Bevölkerung. Die Namen Stern, Cohn, Lenneberg, Ursell, Guthmann oder Böheimer sind noch heute für ältere Attendorner ein Begriff.

 

Der braune Terror der Nazis löschte das jüdische Leben auch in der Stadt Attendorn vollständig aus. Inzwischen leben wieder einige Menschen jüdischen Glaubens in Attendorn.

 

Eine ausführliche Beschreibung des jüdischen Lebens und der ehemaligen jüdischen Gemeinde mit all ihren spannenden, traurigen, nachdenklichen stimmenden und lesenswerten Geschichten und Anekdoten würde den Umfang dieser Homepage sprengen. Wir haben uns daher dafür entschieden, diese Homepage unter das Motto „Was uns bleibt“ zu stellen. Denn mit dem Jüdischen Friedhof, insgesamt 14 Stolpersteinen, zwei Gedenktafeln und der Gerhard-Stern-Straße gibt es heute zum Glück noch sichtbare Zeichen ehemals jüdischen Lebens in Attendorn.

 

Wer sich umfassend über die jüdische Geschichte der Stadt Attendorn informieren möchte, dem sei unbedingt das Buch „JÜDISCH IN ATTENDORN“ aus dem Jahr 2006 empfohlen. Auf knapp 400 (!) Seiten hat der Autor Hartmut Hosenfeld die jüdische Geschichte in Attendorn zusammengefasst. Hartmut Hosenfeld hat dafür einige noch verfügbare Quellen wie die umfangreichen Unterlagen des Stadtarchivs und des Vereins für Orts- und Heimatkunde Attendorn gesichtet und ausgewertet. Um ein möglichst vollständiges Bild entwerfen zu können, hat er zudem noch lebende Zeitzeugen aus Attendorn ebenso befragt wie noch lebende Angehörige der ehemals in Attendorn beheimateten jüdischen Familien.

 

Nähere Informationen zu diesem Buch und den Bestellmöglichkeiten gibt es in der Rubrik "Literatur" auf dieser Homepage.

 

Wir werden auf dieser Homepage vor allem im Punkt "Aktuelles" über laufende Projekte mit Bezug zur jüdischen Geschichte und zum aktuellen jüdischen Leben in und um Attendorn und damit aus dem "Jetzt und Hier" berichten.

 

Attendorn, im Juni 2016

Tom Kleine