Station 10 - Bleichergasse: Metzgerei Guthmann

Historische Aufnahme der Bleichergasse in Attendorn
Die Bleichergasse in Attendorn vor 1945. (Foto: Stadtarchiv Attendorn)

Neben den jüdischen Kaufmannsfamilien Cohn, Ursell, Lenneberg und Böheimer lebte in Attendorn auch noch die jüdische Familie Guthmann, die in der Bleichergasse 329 eine Metzgerei betrieb, die sowohl von jüdischen als auch von christlichen Bürgern frequentiert wurde.

 

Albert Guthmann verkaufte im Jahr 1879 die väterliche Metzgerei in Dünschede, zog nach Attendorn und eröffnete dort eine neue Metzgerei. Er war verheiratet mit Lina Frankel aus Biblis, geboren am 15.05.1866. Aus der Ehe gingen ein Sohn, Lothar, geboren am 28.06.1898, und eine Tochter, Helene, hervor.  Albert Guthmann schlachtete nicht nur koscher für die Mitglieder der jüdischen Gemeinde, d. h. nach den jüdischen Speisegesetzen - Blutentzug durch Schächten - sondern er nahm auch für Kunden aus der christlichen Einwohnerschaft Attendorns Schlachtungen vor. 

 

Nach dem Tode seiner Frau am 19.08.1937 verzog Albert Guthmann mit seiner Tochter Helene am 26.06.1939 nach Rheydt, Kirchstraße 22, der Sohn Lothar meldete sich nach Unterfranken ab.

 

"Sie haben auch Sara Else, Helene und Lothar geheißen" - Auf den Spuren der Familie Guthmann

Einen ausführlichen Bericht über das Leben der Familie Guthmann hat die Attendornerin Brigitta Puth verfasst, der im Jahr 2011  im Band "Attendorn - gestern und heute" (Hrsg.: Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn, Nr. 33-2011, S. 3-22) veröffentlicht wurde:

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Brigitta Puth: Auf den Spuren der Familie Guthmann
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Zwei Stolpersteine
Zwei Stolpersteine erinnern heute an das Schicksal von Helene Hildegard Taitel Josef Lothar Guthmann. (Foto: Tom Kleine)