Chag Chanukka Sameach - Fröhliches Lichterfest!

Ein Chanukkaleuchter und ein Dreidel
(Foto: Tom Kleine)

Fast zeitgleich mit dem Weihnachtsfest der Christen feiern die Juden Chanukka, das achttägige Lichterfest. In diesem Jahr vom 25. Dezember 2016 bis zum 1. Januar 2017. Das Entzünden der ersten Chanukka-Kerze zeitgleich mit Heiligabend war zuletzt 1978 der Fall, davor 1940. Das nächste mal wird das im Jahr 2027 stattfinden.

 

Chanukka ("Einweihung") ist neben Purim, dem "jüdischen Karneval", ein weiteres Freudenfest im jüdischen Jahreszyklus und erinnert an die Wiedereinweihung des von den hellenistischen Eroberern geschändeten zweiten Tempels nach dem Sieg der Hasmonäer unter ihrem Anführer Judas Makkabäus im Jahr 164 oder 165 vor der Zeitrechnung.

 

Nach der Rückeroberung und der Reinigung des Tempels sollte die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, wieder entzündet werden. Aber es gab kein geweihtes Öl mehr bis auf einen winzigen Rest, den der Hohepriester versteckt hatte. Dieser geringe Vorrat reichte (eigentlich) nur für einen Tag. Dennoch brannte das Licht acht Tage lang, bis neues Öl gewonnen werden konnte. Zum Gedenken an dieses Wunder hat jeder Chanukkaleuchter acht Lichtquellen und einen Schamasch (Diener) zum Anzünden der Lichter.

 

An Chanukka feiert man traditionell nicht (nur) den glorreichen Sieg der kleinen Schar der Hasmonäer über die feindliche Übermacht, sondern Gottes Großtat, die sich in dem Wunder manifestiert.

 

Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen.

 

Chag Sameach - Frohes Fest!

Dreh den Dreidel

Vier Ansichten eines Dreidels
(Foto: Tom Kleine)

Chanukka ist in erster Linie ein häusliches Fest. Die Lichter des Chanukkaleuchters müssen mindestens eine halbe Stunde brennen. In dieser Zeit ruht jede Arbeit. Es ist üblich geworden, dass sich die Familie in dieser Zeit mit Beten, Singen und Spielen beschäftigt. Besonders beliebt bei den Kindern ist zu Chanukka das Dreidel-Spiel. Der Dreidel ist ein Kreisel mit vier Seiten.

Die Spielregeln

Jede Seite des Dreidels zeigt einen anderen hebräischen Buchstaben: נ (Nun), ג (Gimel), ה (He), ש (Schin).  Sie stehen für den Satz:

 

Nes gadol haja scham.

(„Ein großes Wunder ist dort geschehen.“)

 

Das Spiel wird auch heute noch zu Chanukka zumeist um Süßigkeiten oder um kleinere Münzbeträge gespielt. Die Spieler drehen reihum den Dreidel. Die Seite, welche nach oben zeigt, gibt den Gewinn an:

  • נ Nun = (jiddisch נישט nisht, ‚nichts‘) – Man gewinnt nicht, verliert aber auch nichts.
  • ג Gimel = (jidd. גאַנץ gants, ‚ganz‘, d. h. „alles“) – Man gewinnt den gesamten Kasseninhalt, danach muss jeder Spieler wieder ein Stück in den Pott legen.
  • ה He = (jidd. האַלב halb) – Man gewinnt die Hälfte der Kasse (aufgerundet).
  • ש Schin = (jidd. שטעל אײן shtel ayn, ‚stell ein‘, d. h. „leg [ein Stück] ein“) – Man muss ein Stück in die Kasse legen. Wer nichts mehr in die Kasse legen kann, scheidet aus.

Der Song zum Dreidel

Es gibt sogar ein berühmtes Kinderlied über den Dreidel:

Maos Zur

Das traditionelle Chanukka-Lied ist "Maos Zur":

Lecker

Latkes und Sufganiot
(Foto: anaumenko, Fotolia)

Kulinarisch dürfen auf den abendlichen Chanukka-Partys im Freundes- oder Familienkreis Latkes  (Kartoffelpuffer) und Sufganiot ("Berliner Ballen") nicht fehlen. Beide Speisen symbolisieren vor allem eines: Öl. ;-)

 

Weitere Chanukka-Spezialitäten finden Sie hier.

 

(Tom Kleine)

 

Quellen: "Von Bar Mizwa bis Zionismus - Jüdische Traditionen und Lebenswege in Westfalen"; (Hrsg: Jüdisches Museum Westfalen),  andere Quellen und eigene Recherche

 

Chanukka, woll?!?

Auch Denise Fischer vom "WOLL-Magazin Rund um Biggesee und Listersee" berichtete in der Winter-Ausgabe 2016 über das Chanukka-Fest.

Den Bericht können Sie sich hier herunterladen:

 

Download
"Chanukka - das jüdische Lichterfest"
WOLL-Magazin Rund um den Biggesee und Listersee, Ausgabe 16, Winter 2016
Chanukka_WOLL Winter 2016.pdf
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